Ishikawa im Brainstorming, warum die 6M oft im Weg stehen
Die Ishikawa-Methode ist ein Klassiker, vor allem im Brainstorming. Sie hilft, viele Gedanken strukturiert zu sammeln und später sauber weiterzuverarbeiten. Genau dafür ist sie stark.
Was ich aber immer wieder sehe:
Die Methode wird im falschen Moment „überstrukturiert“.
Typisches Vorgehen:
Problem in den Kopf schreiben, die Gräten vorbereiten – und dann direkt mit den bekannten 6M beschriften: Mensch, Maschine, Management, Mitwelt, Material, Methode.
Klingt nach guter Vorbereitung. Ist es aber oft nicht.
Was passiert dann in der Praxis?
Viele Teilnehmende sind es nicht gewohnt, frei und kreativ zu arbeiten. Nicht, weil sie es nicht können, sondern weil sie im Alltag anders arbeiten. Häufig sitzen hier Prozess-Experten, und das ist auch gut so.
Aber:
Sobald die 6M schon vorgegeben sind, passiert etwas ganz Automatisches.
Die Teilnehmer versuchen nicht mehr, ihre echten Beobachtungen und Gedanken zu formulieren, sondern sie versuchen, ihre Inhalte in diese Kategorien „reinzupressen“.
Das Ergebnis:
Unklare Aussagen, abstrakte Formulierungen und oft wenig Bezug zur Realität.
Deshalb mein klarer Tipp:
Lasst die 6M im Brainstorming einfach weg.
Wirklich. Sie helfen euch in diesem Moment überhaupt nicht, sie machen es nur unnötig kompliziert.
So funktioniert es besser:
- Problem klar formulieren (nach SMA von der SMART Methode)
- Teilnehmer schreiben ihre Gedanken frei auf Karten
- Karten direkt an die Gräten hängen, ohne Vorgaben
Erst wenn alles gesammelt ist, kommt Struktur rein.
Jetzt clustern – aber richtig:
Bildet im Nachgang eigene Cluster, basierend auf den Inhalten, die wirklich entstanden sind. Nutzt das Wording der Teilnehmer.
Das hat zwei starke Effekte:
- Die Inhalte bleiben nah an der Realität
- Die Teilnehmer erkennen sich in der Struktur wieder
Und jetzt kommt der entscheidende Punkt:
Diese Cluster sind für die Methode selbst gar nicht entscheidend.
Sie sind nur Überschriften. Orientierung. Mehr nicht.
Die eigentliche Stärke liegt in den gesammelten Inhalten.
Der Unterschied ist enorm:
Ohne vorgegebene Kategorien bekommt ihr klarere, ehrlichere und nutzbarere Ergebnisse.
Mit nachgelagertem Clustering schafft ihr trotzdem Struktur, aber ohne die Kreativität vorher auszubremsen.
Wenn ihr das einmal ausprobiert, werdet ihr schnell merken:
Das Ishikawa wird nicht nur besser verständlich, sondern auch deutlich einfacher weiterzuverarbeiten.
Oder anders gesagt:
Die Methode hat Methode – man muss sie nur richtig einsetzen.
#Ishikawa#Fishbone #Fischgräte #coreTakeAway
Wer Ishikawa wirklich wirksam nutzen will – und vor allem im Brainstorming bessere, klarere Ergebnisse erzielen möchte – dem helfen unsere Trainings Treibkraft und IdeenWerk. Dort setzen wir genau an diesem Punkt an: erst frei denken, dann sinnvoll strukturieren. Nicht als Theorie, sondern an echten Fragestellungen aus dem eigenen Arbeitsalltag.